Was steckt hinter dem "evidence-based medicine" - Konzept

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Der Begriff "Evidenz", wie er in der "Evidenzbasierten Medizin" (EBM)verstanden wird, hat hier am ehesten die Bedeutung von "Beweis" oder "Nachweis" (Dudenredaktion 1990, Oxford University Press, Großwörterbuch Englisch).

Das Prinzip der EBM besteht in der systematischen Ausrichtung des medizinischen Handelns an belegbaren Fakten. Dazu wurde u.a. ein Literaturbewertungssystem mit den Evidenzgraden 1-5 eingeführt. Es handelt sich quasi um ein Qualitätsmnagementsystem im Umgang mit medizinischer Literatur. Um die Aussagen aus der Literatur richtig einordnen zu können, erfordert es jedoch Detaillkenntnise und auch ein Wissen um die Schwachstellen dieses Systems. So kann es zum Beispiel nicht zu jedem Thema eine randomisierte Studie geben ( z.B. Sprung mit und ohne Fallschirm). Randomisierte, klinische Studien sind die beste Methode (manche meinen: die einzige), um Hypothesen in der Medizin zu belegen.

Cicero (106-43 v.Christus, "De officiis"): "Jedwede Handlung muss frei sein von Unüberlegtheit und Nachlässigkeit, und nichts soll man tun, wofür man keinen einleuchtenden Grund angeben kann."

Marcus Müller (2005): "Keine Wissenschaft ist besser als schlechte Wissenschaft."

Links:

Evidenzberwertete Artikel [1]

Sackett 1996 (Grundlagenartikel) [2]

Bandolier [3]

Cochrane [4]

James Lind Library [5]

Homepage der "Evidence based dentistry" Puplikation [6]

Statements der American Dental Association [7]

Center of Evidence Based Medicine, Oxford [8]

Torabinejad 2005 [9]

Steurer 2000 [10] "Von der Evidence zur Guideline"

AWMF [11] "Informationen zum Thema Leitlinie"

Guidelineübersicht der FDI: [12]

Leitlinie WSR zur Diskussion (zzq) [13]

Zum Umgang mit "Evidenz" schreibt eine Kölner Arbeitsgruppe 2004 (pdf) [14]

Declaration of Helsinki, Stand 2004 [15] Hier finden sich Prinzipien für die klinische Forschung, die zum Beispiel beim Studiendesign für RCT Anwendung finden müssen.

Consolidated Standarts of Reporting Trials (CONSORT)[16]

Kim (2002) "Benchmarking the endodontic literature" on MEDLINE [17]

Oral Health Impact Profile (OHIP); deutsche Version (2002)[18]

Gute Hinweise zu Studiendesigns von der Uni Erlangen [19]

Institut für medizinische Erkenntnistheorie und medizinische Methodoligie e.V. [20]


Liste randomisierter Studien im Bereich Endochirurgie

Zetterqvist 1991: AG/GIZ gleich gute Ergebnisse in diesem Studiendesign

Danin 1996: Gleiche Ergebnisse bei alleiniger WSR und alleiniger orthograder Revision   

Kvist/Reit 1999: Gleiche Ergebnisse bei alleiniger WSR und alleiniger orthograder Revision

Pecora 2001: Kalziumsulfat bei transossären Defekten effektiver besser als ohne

Chong 2003: MTA/IRM gleiche Ergebnisse in diesem Studiendesign

Lindeboom 2005 : präoperative Clindamycingabe ohne Effekt

Dietrich 2006 : MTA+IRM haben als Retrofüllmaterial gleich gute Ergebnisse

De Lange 2007 : Retropräparation mit Ultraschall besser als mit Bohrern

Taschieri 2008 : GTR (Deproteinisierter Rinderkn. und Koll.membran) nur bei transossären Defekten besser

Taschieri 2008 : Ausheilung nach WSR bei Endoskop+Mikroskopanwendung statistisch gleich

Neben dem randomisierten Studiendesign müssen noch andere Kriterien für die Beurteilung der Studienqualität herangezogen werden: Fallzahl, Beobachtungsdauer, Fragestellung, welche Methode wurde angewandt (orthograde Revision ist nicht gleich orthograde Revision).


Epidemiologische Studien zur Häufigkeit röntgenologischer apikaler Aufhellungen an wurzelbehandelten Zähnen

Weiger R, Hitzler S, Hermle G, Löst C :Periapical status, quality of root canal fillings and estimated endodontic treatment needs in an urban German population. Endod Dent Traumatol. 1997 Apr;13(2):69-74

Saunders WP, Saunders EM, Sadiq J, Cruickshank E: Technical standard of root canal treatment in an adult Scottish sub-population. Br Dent J. 1997 May 24;182(10):382-6

Jiménez-Pinzón A, Segura-Egea JJ, Poyato-Ferrera M, Velasco-Ortega E, Ríos-Santos JV. Prevalence of apical periodontitis and frequency of root-filled teeth in an adult Spanish population. Int Endod J. 2004 Mar;37(3):167-73

De Moor RJ, Hommez GM, De Boever JG, Delmé KI, Martens GE: Periapical health related to the quality of root canal treatment in a Belgian population. Int Endod J. 2000 Mar;33(2):113-20

Kirkevang LL, Ørstavik D, Hörsted-Bindslev P, Wenzel A: Periapical status and quality of root fillings and coronal restorations in a Danish population. Int Endod J. 2000 Nov;33(6):509-15.

Sunay H, Tanalp J, Dikbas , Bayirli G: Cross-sectional evaluation of the periapical status and quality of root canal treatment in a selected population of urban Turkish adults. Int Endod J.2007Feb;40(2):139-45.

Skudutyte-Rysstad R, Eriksen HM.:Endodontic status amongst 35-year-old Oslo citizens and changes over a 30-year period. Int Endod J. 2006 Aug;39(8):637-42.

Wieso sind die Erfolsraten von epidemiologischen Studien in der Regel schlechter als die von Fallstudien? (Faktor Zeit, Nichtberücksichtigen von Extrahierten Zähnen?, Unterschiede bei den Behandlern?)


Statistik

[21] Eine Erklärung der Grundlagen