E.faecalis-/-faecium Gruppe

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E. faecalis zeigt Resistenzen gegen alkalisches Milieu wie es bei Anwendung von Kalziumhydroxid auftritt und kann in diesem Milieu sogar Biofilme bilden. Diese Fähigkeit wird u.a. den Protonenpumpen in der Zellmembran zugeschrieben (Distel 2001).E.faec. zeigt auch Resistenzen gegen NaOCl, Säuren und Ethanol( Giard JC 1996). U.a. aus obigen Gründen spielt diese Bakterienspezies eine Rolle bei chronischen Infektionen, wie bei Infekionen im Anschluß an eine Wurzelbehandlung.

Enterokokken (unter ihnen E. faecalis) treten bei unbehandelten Kanälen mit einer Prävalenz von ca. 5 % auf. Bei wurzelbehandelten Kanälen lag die Prävalenz bei den verschiedenen Studien zwischen 29 und 77% (z.B. Hancock HH 2001). Bei E. faecalis wird eine Besiedlung während oder nach beendeter Wurzelbehandlung bei coronalem Leakage vermutet (Ray HA 1995). E. faecalis und E. faecium sind überdurchschnittlich resistent gegen Detergentien, hoher Salzkonzentration (mehr als 6,5% NaCl), Temperaturunterschiede und ph-Anweichungen (bis 11.5 ph) (u.a.Safavi KE 1990). Durch Kalziumhydroxideinlagen kann durch eine Pufferung durch das Dentin im zervikalen Dentin ein ph von 10.8 und apikal ein Wert von 9.7 erreicht werden (Nerwich A 1993). Die Resistenz gegen Caoh-Einlagen von E.Faec.kann durch die Protonenpumpe in der Zellmembran erklärt werden (Evans M 2002).

Üblicherweise kommt E. faecalis in der Mundhöhle (im Gegensatz zu den Wurzelkanälen) nicht vor, wird jedoch durch Genuß E.-faecalis haltiger Lebensmittel (zB. Weichkäse) eingebracht und verbleibt dann dort für eine kurze Zeit, bis er wieder verschwunden ist.

Virulenzfaktoren sind bei E.faecalis bekannt:

1. Sekretion von Zytolysin und Gelatinase (Mäkinen M-L 1998)

2. Die Bildung von Adhäsinen, z.B „Esp“ und „Ace“ (Shankar N 2001). Dies erklärt u.a. die besondere Bindung an Dentin

3. Schutz durch kapsuläres Polysacharid (Huebner J 1999)

4. Besondere Fähigkeit zur Resistenzentwicklung durch Anpassung (Mundy LM 2000)

5. Invasivität von Dentintubuli (Haapsalo M 1987)

6. Resistenz gegen lange Perioden von Nahrungsmangel (Fidgor D 2003)

Viele weitere Informationen finden sich in der PDF-Datei, die freundlicherweise von Frau Dr. H. Haueisen zu Verfügung gestellt wurde. AGET-Vortrag Dr. Hauseisen als PDF